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Eisenbahnregion Koblenz

Heimatschutzpreis

Aargauer Heimatschutzpreis 2007


Geschichte der Eisenbahnregion Koblenz

Der Bahnhof Koblenz spielte schon früh in der Eisenbahngeschichte eine wichtige Rolle. Relativ kurze Zeit nach Eröffnung der Spanisch-Brötli-Bahn von Zürich nach Baden (1847) wurde 1856 die Strecke bis Brugg verlängert. Bereits 1859 folgte aber auch die Eröffnung der Strecke Turgi-Koblenz-Waldshut. Damit wurden Turgi zum Abzweige- und Inselbahnhof (bis 1994) und Koblenz (bis heute) zum Grenzbahnhof. Mit der immer noch bestehenden, imposanten Rheinbrücke aus dem Gründungsjahr 1859 wurde die erste internationale Schienenverbindung zwischen der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die nächste Bahnbrücke über den Rhein lag damals etwa 600 km weiter rheinabwärts in Köln, die Basler Verbindung kam erst 1873 in Betrieb.

Die Nordostbahn suchte damals den Weg nach Deutschland zum Anschluss an die rechts des Rheins heranführende «GROSSHERZOGLICH BADISCHE STAATSEISENBAHN». Die trotz teilweisem Rückbau immer noch grossräumigen Gleis-, Güter- und Lagerhausanlagen in Waldshut beweisen, dass hier einst ein reger Import und Export bestand. Heute noch beweist Koblenz seine Funktion als wichtige Drehscheibe: Jede halbe Stunde treffen sich hier die Regionalzüge nach Baden, Zurzach und Waldshut und ermöglichen ein gegenseitiges Umsteigen mit schlanken Anschlüssen.

Der Grenzbahnhof Koblenz erhielt 1876 seine erste Erweiterung, als die Linie von Winterthur über Bülach-Eglisau hier eingeführt wurde. Die Fortsetzung rheinabwärts bis Stein-Säckingen wurde 1892 fertig. Damit wurde Koblenz vollends zum Knotenpunkt mit vier Strecken. Aus dieser Zeit stammen die Erweiterungen der Gleis- und Depotanlagen. Relativ spät und unter dem Druck der Kohlennot wurden die Strecken rund um Koblenz elektrifiziert: Seiten Turgi und Laufenburg 1944, Seite Zurzach-Eglisau 1945, Seite Waldshut 1998.

Das Bahnhofgebäude wie auch die Depotbauten stammen aus der Gründerzeit und ist dem Normtyp der Nordostbahn zuzuordnen. Ähnliche Typen sind damals auch in Döttingen, Siggenthal, Rupperswil und Wildegg errichtet worden.

Mit Rücksicht auf den zu erwartenden internationalen Transitverkehr hat die Nordostbahn bereits 1859 vorsorglich das Trassee samt Brücken und Tunnel für eine spätere Doppelspur vorbereitet. Sogar die Eisenträger im Mittelteil der Rheinbrücke könnten in diesem Sinne erweitert werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Brücke gesperrt und durch Schildwachen auf der Brücke und Bunker (oberhalb des Koblenzer Tunnels) gesichert. Der letzte noch in Waldshut bereit stehende Schweizer Getreidezug konnte nur noch dank Bestechung mit einer Handvoll Stumpen abgefertigt und über die Brücke gelassen werden. Anschliessend soll eine Entgleisungsvorrichtung die ungewollten Fahrten verhindert haben.

Diese Entgleisungsvorrichtung aus dem zweiten Weltkrieg existiert heute noch und wird im Lokdepot Koblenz ausgestellt.


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