Draisinen
Draisinen Sammlung Fricktal - Geschichte der Draisinen
Inbetriebsetzung und Einsatz der SBB-Draisinen
Die Idee, für die Hilfsaufgaben der Eisenbahnen bescheidene, einfach aufgebaute und zweckmässige Fahrzeuge zu verwenden, war schon zu Zeiten des reinen Dampfbetriebes lebendig. Entsprechend den geringen benötigten Leistungen fanden neue Antriebsarten bei diesen Hilfsaufgaben am raschesten Anwendung.
So tauchten bereits um 1898 die ersten Draisinen mit Benzinmotoren auf. Die Benzinmotoren der ersten Zeit waren allerdings noch wenig ausgereift und konnten sich nicht lange halten. Während des ersten Weltkrieges erreichten sie dann doch eine gewisse Betriebsreife, so dass sie für die Motorisierung der Bahndienste eingesetzt werden konnten.
Entwicklung
Aus dem Schienenvelo und dessen Einsatz hervorgegangen war die Entscheidung, kleine Serien von Leichtdraisinen der Zürcher Firma Asper zu beschaffen. Die meistens 8 PS Leistung aufweisenden, in der Regel mit sechs Sitzplätzen versehenen Draisinen bestachen durch ihren leichten Aufbau. Eine gläserne Windschutzscheibe und Schürze aus zeltartigem Stoff sowie ein gleichartiger Dachaufbau schützten das Personal vor den Unbilden der Witterung. Ein Dreiganggetriebe mit Kardanantrieb erlaubte eine Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h. In der Zeit von 1923 bis ca. 1944 lieferte Asper gegen 650 derartige Benzindraisinen an die Schweizer Bahnen.
Noch weit mehr verkaufte Asper an europäische Bahnverwaltungen, aber speziell auch in den Iran und die Türkei. Interessant sind dabei die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Leichtfahrzeuge. Der Gleiszustand samt Oberbau wurde in regelmässigen Inspektionsfahrten kontrolliert. Für den Bahn- und Fahrleitungsdienst leisteten sie bei Betriebsstörungen, Umbauten und Neumontagen ausserordentlich wertvolle Dienste. Als Zugfahrzeuge sah man sie auch meistens mit den bekannten Rollleitern und Flachrollis unterwegs.
Damals eine Selbstverständlichkeit, heute unvorstellbar: wurde doch den vielen Barrierenposten entlang den Strecken mit solchen Draisinen der Zahltag überbracht. Die Überlieferung besagt aber auch, dass mit diesen Vehikeln sogar nächtliche "Strolchenfahrten" und allfällige Schäferstündchen bei Strecken- und Barrierenposten "organisiert" wurden.